10. Voll am Arsch

Endgültig am Abgrund…

 

Richterliche Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung. Was zunächst heißt sich auszuziehen. Wir befinden uns im 21. Jahrhundert und man tritt einer Reihe von Leuten nackt entgegen. Moment ich vergaß es gab etwas sich zu bedecken- eine Unterhose aus Plastik- tot-chic.
Ich finde mich in einer gefliesten Zelle, welche von einer Glaswand begrenzt ist, wieder. Ganz genau wie in dem Falco-Video „Jeanny“. Nur habe ich nicht mal eine wärmende Zwangsjacke an. Ich habe Hunger, mir ist kalt und meine Geduld ist am Ende. Nach einer ewigen Krakeelerei, wird mir ein Telefonat mit meinem Anwalt gewährt. Welchem Anwalt?????
Ich bin nackt in einer Zelle und alle Leute um mich herum behandeln mich wie ein Virus der nur mit einer Pinzette angefasst werden darf.
Isolationszelle- mein Untergang. Ich weine, schreie, zähle die Fliesen, es ist egal niemand interessiert es. Ich habe mich noch nie im Leben so hilflos gefühlt. Ich wähle einen Anwalt der mir noch in guter Erinnerung ist, aber ehrlich gesagt hätte man mir den Teufel zum Gespräch anbieten können ich wäre weitaus erfreuter gewesen, denn er hätte mir wahrscheinlich mehr bieten können.

Während ich weiter behandelt werde wie der letzte Dreck, kann ich nur sitzen und warten.
„Just sit and wait“ oder in meinem Falle besser „wait and bleed“.
Zwischendurch wird diese Prozedur durch Schreikrämpfe gewürzt, was meine Pfleger und auch meine Mitinsassen, welche sich noch hinter einer geheimnisvollen Tür befinden, die sich wiederum hinter der Glaswand befindet, sehr erfreut, wie mir später berichtet wurde. Man sollte meinen das diese Gummizelle schalldicht verschlossen ist, aber nein. Ich dachte 3 Hand breit Beton helfen…
Mir wird klargemacht, dass ich mich „besonders“ schlimm anstelle und natürlich wird mein Verhalten auf meine Krankheit zurückgeführt. „Sie sind krank, aber unsere Geduld hat Grenzen.“ Welche Medikation ich in dieser Zeit erhalten habe ist mir entfallen.
Die Pillen unter denen sich sicher auch Benzos befanden, hatten unter diesen Umständen kaum eine beruhigende Wirkung auf mich. Essen gab es durch eine Luke, ich weiß nicht mehr was, aber es schmeckte nicht gerade berauschend und war immer zu wenig.
Ich hatte ein Gewicht von 60kg bei einer Körpergröße von 1,86m ich war ausgehungert.
In den letzten Wochen hatte ich kaum geschlafen und sehr wenig gegessen. Hier war allerdings nicht gerade der Ort um sich davon zu erholen.
Der Stresslevel steigt, und wenn man 24h rund um die Uhr von einer Kamera beobachtet wird, beim Essen, Schlafen und sogar beim „Kacken auf Knopfdruck“ (das Klo befand sich hinter der Glaswand und war ohne fremde Hilfe nicht erreichbar), dreht man durch.
Als wenn man nicht krank genug wäre.

Mann war ich froh, dass ich diesen Knopf hatte, es gab eine Sprechanlage in meiner Zelle, nur waren die entsprechenden Personen meist „temporally not available“.


Anmerkung 2018: Tja hier hatte ich später auch noch das Vergnügen meinen 30. Geburtstag zu „feiern“…

 

Ja es war Winter…

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