12. Abgetaucht…

Der schnöde Alltag

Zwischenzeitlich so ca. von Ende 2006 bis Mitte 2018 bin ich dann ziemlich abgetaucht.

Kurze Zeit nachdem ich nach 8 Monaten im Oktober 2006 aus der forensischen Psychiatrie entlassen wurde, ging ich wieder arbeiten und wohnte eine Weile bei meinen Eltern. Es fiel mir überaus schwer mich wieder ins Leben zu finden. Der lange Aufenthalt in der Forensik hat einiges mit mir gemacht und nicht nur Gutes.

Trotz Allem traf ich meine heutige Frau (wieder) und zog irgendwann 2007 bei meinen Eltern aus. Ich suchte mir wieder eine eigene Wohnung im Leipziger Süden, in der der Nähe meiner heutigen Frau. Später zog sie dann zu mir und wir heirateten.

Wir kauften uns ein Haus im Leipziger Umland und wohnen seit dem dort. Es tat ganz gut dem Stress der Großstadt zu entfliehen.

Zudem gab es ein neues Familienmitglied, unseren Kater S***. S*** ist genauso schwarz wie meine Seele (Mit weißem Latz) :).
Er hat eine besondere Bedeutung für mich, da er irgendwie immer da war. Mittlerweile ist er leider im Katzenhimmel.


Mein Leben war allerdings alles andere als erfüllt.

Die Tage schienen teilweise endlos. Ich ging immer früher zu Bett, um irgendwie die Zeit herumzubekommen, manchmal schon 19:00 Uhr. Durch die Medikamente fiel mir das Schlafen nicht schwer. 12-13 Stunden Schlaf am Tag waren für mich normal. Am Wochenende verbrachte ich oft fast den ganzen Tag im Bett.
Trotzdem versuchte ich irgendwie am Leben teilzuhaben. Ich war sogar mit ein paar Internetfreunden auf einem großem Musikfestival und verbrachte die meiste Zeit schlafend im Zelt.
Mein Leben bestand aus essen, schlafen und arbeiten.

Der psychische Druck, der das Arbeiten bei mir verursachte, wurde immer größer. Ich war zwar nicht mehr Geschäftsführer, aber als ehemaliger Chef in der eigenen Firma zusammen mit meinem Vater zu arbeiten war, um es vorsichtig auszudrücken, nicht gerade einfach. Die Herausforderungen wuchsen und meine Haut wurde immer dünner. Irgendwann bin ich dann, in einer Stresssituation, heulend auf Arbeit zusammengebrochen. Ich versuchte mich dann etwas rauszunehmen, aber das half nicht.

Ich hatte das Gefühl immer weniger auf die Reihe zu bekommen.

Ich schob und schiebe das auch heute noch zum Großteil auf die Nebenwirkungen der Medikamente. Die Dosis war mittlerweile recht gering (5mg Abilify) und ich dachte mir vielleicht sollte ich nach 13 Jahren mal den Versuch starten, es ohne hinzubekommen.

Also setzte ich sie, wie schon an einigen Stellen dieser Seite erwähnt, unter Mitinformation meiner Psychiaterin ab. Das war aus heutiger Sicht ein Fehler.

Jeder verdammter Tag

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